KI-gestützter Englischtrainer mit Sprachdialog
Ausgangssituation
Englischkenntnisse lassen sich besonders gut durch regelmäßiges Sprechen verbessern. Doch wie motiviert man Kinder dazu, Englisch aktiv anzuwenden, ohne ihnen dafür direkt einen uneingeschränkten Zugang zu ChatGPT zu geben?
Vorhandene Lernplattformen kamen als Alternative infrage, hätten aber zunächst hinsichtlich ihrer Eignung getestet werden müssen und setzen teilweise kostenpflichtige Abonnements voraus.
Die Idee war deshalb, einen eigenen Englischtrainer zu entwickeln, der eine ungezwungene Unterhaltung ermöglicht, sich an das Sprachniveau anpasst und einen kontrollierten Rahmen für die tägliche Nutzung bietet.
Die Lösung
Ich habe eine eigene Web-App entwickelt, in der Lernende ein Gesprächsthema auswählen und anschließend eine KI-gestützte Konversation auf Englisch führen können.
Das Sprachniveau lässt sich von A1 bis C2 einstellen. Die KI beginnt das Gespräch, reagiert auf die Antworten und soll dazu ermutigen, weiterzusprechen. Dabei sind leichte Korrekturen möglich, ohne den Gesprächsfluss durch ständige Bewertungen oder ausführliche Grammatik-Erklärungen zu unterbrechen.
Die Anwendung unterstützt Spracheingaben über die Transkription und eine Sprachausgabe über die Browserfunktionen. Die Konversation wird über die OpenAI-API verarbeitet.
Ein wichtiger Teil der Entwicklung war das Experimentieren mit unterschiedlichen System-Prompts. Dabei zeigte sich, wie stark die Gesprächsqualität vom Prompt abhängt: Ein zu strenger Tutor kann den Gesprächsfluss hemmen, während ein zu offener Ansatz zwar freundlich wirkt, aber wenig zum Lernfortschritt beiträgt. Ziel ist ein ausgewogenes Verhältnis aus natürlicher Unterhaltung, Ermutigung und gezielten sprachlichen Korrekturen.
Technischer Aufbau
- Nuxt: Web-App als Benutzeroberfläche für die Auswahl des Themas, die Konversation und die Konfiguration des Sprachniveaus.
- OpenAI API: Generierung der Gesprächsbeiträge und Verarbeitung der transkribierten Sprache.
- Browser-Sprachfunktionen: Sprachausgabe und Unterstützung der sprachbasierten Interaktion.
- Microsoft Entra ID: Authentifizierung der Nutzer über einen zentralen Login.
- SQLite: Speicherung der Nutzungsdaten und Grundlage für ein tägliches Nutzungslimit.
- GitHub Actions: Automatisierte CI/CD-Pipeline für den Build und die Bereitstellung der Anwendung.
- Docker und eigener VPS: Containerisierter Betrieb auf einer selbst verwalteten Serverinfrastruktur.
Ergebnis und Nutzen
Es entstand eine eigene, kontrollierbare Lernumgebung, die KI-gestützte Konversationen mit einem individuell einstellbaren Sprachniveau verbindet.
Statt eine externe Lernplattform auswählen und deren Eignung zunächst evaluieren zu müssen, kann ich die Gesprächsführung, die verfügbaren Funktionen und die Nutzungsregeln selbst gestalten und weiterentwickeln.
Besonders wertvoll ist die Möglichkeit, unterschiedliche Prompt-Strategien praktisch zu vergleichen und deren Einfluss auf das Verhalten des Tutors zu untersuchen. Damit ist das Projekt nicht nur ein Englischtrainer, sondern auch ein konkreter Anwendungsfall für die Entwicklung und Evaluierung KI-gestützter Dialogsysteme.
Mögliche Weiterentwicklung
- Lernerfolg tracken: Lernverlauf, behandelte Themen und wiederkehrende Fehler speichern, um Fortschritte über mehrere Sitzungen sichtbar zu machen.
- Prompt-Evaluation: Unterschiedliche System-Prompts systematisch testen und vergleichen, um die Qualität der Konversation und der sprachlichen Korrekturen zu verbessern.
- Gezieltes Grammatiktraining: Erkannte Schwächen aufgreifen und passende Übungen in die Konversation integrieren, ohne den natürlichen Gesprächsfluss zu unterbrechen.
Technologien
Nuxt · OpenAI API · Microsoft Entra ID · SQLite · Browser-Sprachfunktionen · GitHub Actions · Docker · Linux · VPS
Zurück2026-10-25 06:25